Der Buchsbaum als Bonsai

Wegen seiner Anpassungsfähigkeit und guten Schnittverträglichkeit ist der Buchsbaum in den Gärten als Zierstrauch oder Heckenpflanze beliebt. Von den über 30 Arten ist Buxus sempervirens vorherrschend und auch hervorragend als Bonsai geeignet. Für erfahrene Bonsai-Liebhaber bietet sich auch der ursprünglich in China beheimatete Buxus harlandii an. In weniger erfahrenen Händen überleben allerdings nur wenige Exemplare mehrere Jahre. Trotzdem ist er in hiesigen Wohnzimmern häufig zu finden, unter anderem, weil er im Gegensatz zu anderen Buchsarten geruchlos ist.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Buchsbäume erstreckt sich von Mittel- und Südeuropa über Nordafrika bis nach Westasien. Dementsprechend sind sie für die meisten Standorte geeignet. Am besten sind jedoch sonnige und helle Plätze ohne direkte Sonneneinstrahlung. Im Sommer sollte vor der stärksten Mittagssonne geschützt werden. Buxus harlandii kommt mit geringeren Lichtmengen aus und kann auch an einem hellen Nordfenster stehen.

Im Handel werden ausschließlich Jungpflanzen und keine Samen angeboten. Buchsbäume lassen sich am einfachsten durch Stecklinge vermehren. Hierfür werden zwischen Ende August und Oktober die ausgereiften Triebe dort abgeschnitten, wo der Verholzungsprozesses beginnt. Die Vermehrung durch Samen ist schwierig und nur etwas für Fachleute.

Junge Pflanzen sollte man alle zwei Jahre umtopfen, ältere Pflanzen alle 4 Jahre. Die beste Jahreszeit hierfür ist das zeitige Frühjahr. Dabei sollte ein Wurzelschnitt gemacht und die Blattmasse entsprechend reduziert werden. Jede gut durchlässige Bonsaierde ist geeignet.

Für ein gesundes Wachstum ist Düngen entscheidend, darf jedoch nicht übertrieben werden, weil aufgrund des eher langsamen Wachstums die Gefahr einer Überdüngung besteht. Wegen des begrenzten Wurzelraumes haben Containerpflanzen einen etwas höheren Nährstoffbedarf. Gedüngt wird von April bis etwa Mitte Oktober alle zwei bis drei Wochen mit einem üblichen Bonsaidünger oder speziellen Buchsbaumdünger.

Unter den Krankheiten des Buchsbaumes kommt dem Pilzbefall die größte Bedeutung zu. Mit welchen Fungiziden der Befall erfolgreich behandelt werden kann, ist leider noch wenig erforscht. Gelegentlich treten Spinnmilben auf, die sich mit den üblichen Spritzmitteln bekämpfen lassen.

Bei der Gestaltung sollte man auf den Schnitt und moderates Korrigieren durch vorsichtiges Spannen von Ästen zurückzugreifen. Beim Drahten können Äste und Zweige leicht brechen. Der Buchsbaum ist triebfreudig, verzweigt sich rasch und kann, solange er wächst, das ganze Jahr geschnitten werden. Die meisten klassischen japanischen und anderen Stilarten sind möglich. Oft werden Buchsbäume besenförmig oder buschartig gestaltet. Extreme Formen, wie die Kaskade, müssen frühzeitig angelegt werden.